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Zuschnittliste für einen Küchenunterschrank erstellen

15 Minuten mit Bleistift und dieser Seite. Alle Maße in Millimetern.

Eine Zuschnittliste enthält jedes Teil, das du zuschneiden musst, mit Länge, Breite und Anzahl. Stimmt die Liste, ist der Rest einfach: Die Platten lassen sich so aufteilen, dass wenig Verschnitt bleibt und jedes Teil passt. Hier die Methode für einen einfachen Unterschrank (Korpus mit Einlegeboden und zwei Türen), an einem durchgerechneten Beispiel, das du am Ende direkt im Rechner öffnen kannst.

Beispielschrank: Breite 800, Höhe 720 (Korpus, ohne Sockel und Arbeitsplatte), Tiefe 560, aus 19 mm Spanplatte. Die Rückwand ist eine 3 mm HDF-Platte und wird separat zugeschnitten.

1. Außenmaße und Plattenstärke festlegen

Alles ergibt sich aus vier Werten: B (Breite), H (Höhe), T (Tiefe) und S (Plattenstärke). Übliche Unterschränke sind 300–1200 mm breit (am häufigsten 600), der Korpus ist 720 mm hoch und 560–580 mm tief, damit die Arbeitsplatte über die Fronten ragt. Mit 100–150 mm Sockel und 38–40 mm Arbeitsplatte kommst du auf die übliche Arbeitshöhe von 86–91 cm. Miss deine Platte nach: In Deutschland ist 19 mm Spanplatte üblich, anderswo 18 mm, und schon ein Millimeter summiert sich über eine Schrankzeile.

2. Alle Teile berechnen

Die Seitenwände gehen über die ganze Höhe. Boden und Traversen sitzen zwischen den Seitenwänden, sind also um zwei Plattenstärken schmaler als der Schrank.

TeilFormelMaß (mm)Stk.
SeitenwandH × T720 × 5602
Boden(B − 2S) × T762 × 5601
Traverse (vorne + hinten)(B − 2S) × 100762 × 1002
Einlegeboden(B − 2S − 2) × (T − 40)760 × 5201
Tür(H − 5) × (B − 6) / 2715 × 3972

3. Kanten festlegen

Nur sichtbare Kanten brauchen ein Kantenband. Bei diesem Schrank sind das die Vorderkante von Seitenwänden, Boden und Einlegeboden und alle vier Kanten jeder Tür. So weißt du auch gleich, wie viel Kantenband du brauchst: im Beispiel 7,4 m (1440 + 762 + 760 für den Korpus, 4448 für die zwei Türen), plus etwas Zugabe zum Bündigschneiden. Wie man das genau rechnet, steht im Ratgeber Kantenband berechnen.

4. Faserrichtung festlegen

Bei weißer Spanplatte dürfen die Teile beliebig gedreht werden, das spart Platten. Bei Furnier oder Holzdekor sollte die Maserung an Türen und Seitenwänden senkrecht laufen. Markiere nur diese Teile als „Faserrichtung fest“ und lass den Rest frei: Je weniger fixierte Teile, desto weniger Platten.

5. Aus der Liste einen Zuschnittplan machen

Gib die Teile, dein Plattenmaß (üblich ist 2800 × 2070 mm), die Sägeblattstärke (Schnittfuge, meist 3–4 mm) und 10 mm Besäumung an den oft beschädigten Werkskanten ein. Ein Zuschnittrechner verteilt die Teile dann auf möglichst wenige Platten und zeigt jeden Schnitt.

Probier es mit einem fertigen Beispiel. CutRun öffnet sich mit zwei ähnlichen Unterschränken (hier aus 18 mm Platte): Seitenwände, Böden, Traversen, Einlegeböden, Türen und Schubkastenblenden, Kanten schon markiert. Auf „Layout berechnen“ klicken, und du bekommst die Zuschnittpläne und ein kostenloses PDF für die Säge.

Beispiel im Rechner öffnenMit leerer Liste starten

Tipps, die eine Platte (und ein Wochenende) sparen